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OLYMPICS MAGAZINE

The Olympic Games / Die Olympische Spiele

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Touristen stürmen nach London zu den Olympischen Sommerspielen 2012

29/05/2012

von Trang Thi

Vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 sollen die Olympischen Sommerspiele in Großbritanniens Hauptstadt London stattfinden. Premierminister David Cameron freut sich und spricht von der 'großartigsten Show der Welt', die in eine der großartigsten Städte der Welt kommt. Auch Sandie Dawe von VisitBritain, dem Tourismusverband sagt, dass dieses Jahr "das aufregendste Jahr in Londons Geschichte" sein wird.

Das Zentrum der Sportwelt

Ganz unrecht hat sie da wohl nicht, denn London wird dieses Jahr für 17 Tage das 'Zentrum' der Sportwelt sein. Aufgrund dessen ist es nicht verwunderlich, dass neben internationalen Leitungssportlern auch Tausende oder sogar Millionen von Touristen aus aller Welt in die Metropole an der Themse strömen, um bei diesem Mega-Event hautnah dabei sein zu dürfen.

Ob der Massenandrang der Touristen während der Olympischen Spiele nun von Vorteil ist oder eher ein Nachteil darstellt, kann sicherlich nicht einfach so gesagt werden. Auch die Meinungen dazu sind gespalten.

Drastische Preissprünge

Wo viele Briten drastische Probleme im öffentlichen Verkehr befürchten, wittern beispielsweise Hotelbesitzer große Vorteile, zum Beispiel steigen Hotelpreise für ein Einzelzimmer von umgerechnet circa 105 Euro pro Nacht auf gute 225 Euro. Das wiederum heißt doppelter Umsatz für die Unternehmer, was nicht ganz unbedeutend ist. Ein weiteres Beispiel sind die kleinen Pensionen in dem östlich gelegenen Londoner Vorort Stratford; wo normalerweise ein Zimmer 22 Pfund die Nacht kostet, steigen die Preise zur Zeit der Sommerspiele auf ca. 500 Pfund/Nacht. Der drastische Preissprung kann einerseits mit den Olympischen Spielen erklärt werden, aber viel wichtiger ist wahrscheinlich der Fakt, dass die Pensionen nicht allzu weit vom Olympia-Stadion entfernt liegen. Bemerkenswert ist auch, dass sich bereits zahlungswillige Gäste gefunden und Monate vorher gebucht haben.

Die Nachteile

Neben den persönlichen Vorteilen für die vielen Hoteliers während dieser Zeit gibt es natürlich auch einige Nachteile. Denn, obwohl viel Tourismus positiv sein kann, da es ein Land wirtschaftlich vorantreibt und einen wichtigen Teil zur Globalisierung beiträgt, können Massen von Touristen genau das Gegenteil bewirken. Zum Beispiel können Touristen wichtige Biotope zerstören oder im Fall von London den öffentlichen Verkehr behindern. Denn "rund 10 Prozent der Wirtschaft in London hängen vom Fremdenverkehr ab".

Der Geschäftsführer des Europäischen Verbands der Reiseveranstalter (ETOA), Tom Jenkins, ist der Meinung, dass die Erwartungen beziehungsweise die vermeintlichen Vorteile der Hotelbesitzer unrealistisch seien. Denn wie Jenkins sagt, hoffen alle auf die "Olympia-Touristen", die mit dem Geld großzügig um sich werfen, dabei wird wahrscheinlich ein großer Teil der Touristen 2012 gerade wegen der Sommerspiele die Metropole meiden.

Im Umkehrschluss klingt alles etwas verwirrend, denn einerseits stürmen viele Touristen, vor allem Sportliebhaber, nach London (eben wegen der Sommerspiele) und andere Touristen wiederum werden genau aus diesem Grund die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs meiden.

Eine niedrige Touristenzahl?

Die Befürchtung liegt darin, dass die Touristenzahl niedriger sein könnte als die Jahre zuvor. Gründe sind, wie gesagt, die Sommerspiele und die damit verbundenen überhöhten Preise, sei es für eine Unterkunft, Restaurants oder Kneipen.

Durch Umfragen konnte man zum Beispiel die Vorbuchungen für diesjährige London-Reisen ermitteln und das Ergebnis sah ernüchternd aus, denn in dieser Saison liegt das Ergebnis "um mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau".

All diese Feststellungen können auch durch Erfahrungen aus der Vergangenheit verdeutlicht werden und zeigen, dass Olympische Spiele und Tourismus nicht unbedingt im Einklang zu einander stehen. Vor vier Jahren, 2008, konnte man in Peking zur Zeit der Olympischen Spiele keine steigende Besucheranzahl aus dem Ausland vermerken.

Mit verschiedenen Marketingstrategien in Form von Kampagnen soll dem entgegen gewirkt werden. Sandie Dawe, Geschäftsführerin von VisitBritain, hofft damit wenigsten die Besucherzahlen mit dem der vergangenen Jahre, stabil halten zu können.